HYBRID Creatures and Paradox Machines, Origin, Daniel Lee
Prix Ars Electronica 2005
HYPRID - living in paradox
Linz, 01. bis 06. September 2005
Oktober 2005
HYPRID - living in paradox - mit diesem Thema widmete sich die Ars Electronica 2005 den implosiven Tendenzen, die von den digitalen Technologien in Gang gesetzt, unsere Welt verändern. Kulturen werden überlagert und stürtzen ineinander, Grenzen werden aufgebrochen - nationale ebenso wie materielle, technologische, psychologische.
Hypride Kreationen und Kreaturen, Identitäten und Kulturen entstehen aus den Rekombinationen unserer grundliegenden Codes - den digitalen, den genetischen, den atomaren. Letztlich ist digitale Medienkunst selbst ein Hyprid aus den Verbindungen von Kunst und Technologie. Sie akkumuliert das gesamte Spektrum an Ausdrucksformen und erfordert ein außergewöhnliches Crossover von Expertisen und Kompetenzen.
Hyprid - kein anderes Wort könnte die charakteristischsten Bedingungen unserer Zeit besser beschreiben.
- Die treibenden Kräfte und Muster der Hybridisierung
- Hypride Formen in Wirtschaft und Politik
- Hypride Kulturen und Identitäten
- Hypride Kreaturen und Ökologien
Das waren die vier Hauptbereiche, auf die sich das Festival in Symposien und Künstlervorträgen, Ausstellungen und Installationen, Konzerten und Performances, Workshops und Seminaren und etlichen künstlerischen Interventionen in öffentlichen Räumen in allen Teilen der Stadt konzentriert hat.
HYPRID - living in paradox eröffnete mit einer Fülle an Events, Konferenzen, Symposien, Ausstellungen und Performances Einblicke in den neuesten Stand globaler Medienkultur. Das Festival stieß international und regional auf überwältigendes Interesse. Sowohl die Zahl der Besucher als auch die inhaltliche Auseinandersetzung der Besucher bewegten sich dieses Jahr auf beeindruckend hohem Niveau - so Gerfried Stocker, künstlerischer Leiter der Ars Electronica. Es ist Ars Electronica erneut gelungen, die Breite und Bedeutung von Medienkunst in unserer Zeit darzustellen und zu unterstreichen." Die Veranstaltungen waren wie bereits 2003 und 2004 durch eine extrem hohe Nachfrage gekennzeichnet. Das stimmungsvolle neue Format der Ars Electronica Gala, die vor allem die Leistungen der Künstler in den Vordergrund stellte, stieß auf zahlreiche äußerst positive Reaktionen. Die Aufführungen von Gezgin sowie das Konzert Listening between the Lines waren voll ausgebucht - sie wurden äußerst positiv aufgenommen und mit frenetischem Applaus bedacht.
HYBRID Creatures and Paradox Machines, Strandbeest, Theo Jansen
Auf reges Interesse bei lokaler Bevölkerung und internationalen Besuchern stießen die Strandbeest-Skulpturen von Theo Jansen und die zahlreichen weiteren Aktivitäten am Linzer Hauptplatz sowie das Eröffnungsevent Suspended Engines in der ungewöhnlichen Location der ÖBB-Technische Services. Auch das Animation Festival - ein neues Festival im Festival - mit dem Thema Computeranimation - wurde hervorragend aufgenommen und besucht.
City Paradise, Gaelle Denis / Passion Pictures (FR/UK), Auszeichnung Computeranimation / Visual Effects
Erstmals fand heuer im Rahmen des Festival Ars Electronica ein Animation Festival statt mit den besten Werken aus dem Prix 2005 und weiteren Glanzstücken aus dem Bereich der Computer Animation. Über 450 Filme, VX, Werbeclips wurden in der Kategorie "Computer Animation/Visual Effects" des Prix Ars Electronica 2005 eingereicht und juriert. Anhand dieser Beispiele ist beim "Animation Festival" eine Filmshow zu sehen, die den aktuellen Stand visueller Gestaltung illustriert.
HYBRID Creatures and Paradox Machines
Strandbeest, Theo Jansen
Die Strände des niederländischen Delft sind von fantastischen Lebewesen bevölkert - während des Festivals wurde der Linzer Hauptplatz zum Lebensraum für die Strandtiere von Theo Jansen. Am Computer konzipiert, aus Holz und Plastikröhren konstruiert, sind die Giganten mit ihren unzähligen Füßen nicht elektronisch gesteuert und werden nicht von Motoren, sondern von Wind und Luft angetrieben. Jansen hat dazu außerdem eine Methode entwickelt, mit der komprimierte Luft in Flaschen gespeichert und als Antriebsstoff verwendet werden kann.
Robotik, Bionik, Bio-Engineering sind Dauerbrenner auf dem Markt der Techno-Hypes - obwohl hoch geschraubte Ankündigungen und sichtbare Ergebnisse meist noch immer sehr weit auseinander liegen. Es sind aber auch Begriffe, die eng mit archaischen Vorstellungen von der Imitation und Verbesserung der Natur verknüpft sind. Die Ausstellung zeigte aktuelle Annäherungen von KünstlerInnen an diese Thematik: kunstvoll konstruierte Apparate, erfrischend ironische Paraphrasen und poetisch nutzlose Maschinen, Verbindungen von realen und virtuellen Erscheinungsformen, pseudo-intelligente Software-Agenten, aufmüpfige Digital Characters.
HYBRID Creatures and Paradox Machines
Origin, Daniel Lee
"Origin entstand 1999 und besteht aus einer Serie digital bearbeiteter Fotos und einer Animation. Die Arbeit vermittelt das Bild, das ich mir von der Evolution des Menschen mache. In meiner Vorstellung gibt es zehn Entwicklungsstadien, deren erstes der Fisch ( "Coelacanth") ist, gefolgt von der allmählichen Wandlung zum Reptil, zum Affen und schließlich zum Menschen."
"Inspiriert zu dieser Arbeit hat mich die Jahrtausendwende. Das neue Millennium (das Jahr 00) ließ mich zu den Anfängen zurückkehren. Ich begann mit der Entwicklung des Konzepts wenige Monate, nachdem mir das "New York Times Magazine" vorgeschlagen hatte, ein Selbstporträt für die Technologie-Ausgabe 1997 zu machen. Ich produzierte eine Serie von vier Porträts, die unsere mögliche zukünftige Entwicklung, aber auch unsere Vergangenheit als Affen zeigen. Um diese Idee auf die Spitze zu treiben, deutete ich an, dass ursprünglich alle Säugetiere, Reptilien und sogar Fische mit uns verwandt waren."
Ars Electronica im Web:
aec.at