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Tsuyoshi Ozawa, Vegetable Weapon: Saury fish ball hot pot / Tokyo, 2001. Courtesy: Ota Fine Arts, Tokyo.
Prix Ars Electronica 2006
SIMPLICITY - the art of complexity
Linz, 31.08. bis 05.09. 2006
Oktober 2006
Zunehmend komplizierte Abläufe und Zusammenhänge bestimmen das Leben des Einzelnen. Gleichzeitig wächst in uns das Bedürfnis nach Eigenbestimmung und Übersicht. Ars Electronica 2006 widmet sich den Herausforderungen einer Epoche scheinbar allgegenwärtiger komplexer Systeme.

Kaum jemand begreift mehr die mannigfaltigen computerbasierten Abläufe, die uns in allen Bereichen des Lebens begleiten: ein Phänomen, das für uns als Individuen unweigerlich mit dem Verlust von Kontrolle einhergeht. Denn ob Elektronikfehler im Auto oder Absturz des PCs - das jeweilige Problem bleibt uns meist rätselhaft und kann schon aus diesem Grund nicht mehr von uns selbst gelöst werden. Gleichzeitig wächst der Aufwand, mit dem wir uns in immer kürzeren Zyklen auf neue Computerprogramme und neue Generationen von Geräten einstellen müssen. Werkzeuge, die ursprünglich dazu gedacht waren, unser Leben zu vereinfachen, scheinen genau das Gegenteil zu bewirken. Und während sich die Menschen in den industrialisierten Gesellschaften von der Informationsflut zunehmend bedrängt fühlen, bleibt einem Großteil der Menschheit in den nicht-industrialisierten Ländern der Zugang zur Informationstechnologie gänzlich verwehrt.
CAFARD (Anerkennung Computer Animation / Visual Effects), Quelle: Leonard, Marques, Jacamon / Supinfocom
"Die Herausforderung der Zukunft wird darin bestehen, Komplexität für alle durchschaubar und nutzbar zu gestalten. Positive Simplicity wirkt im Sinne von intelligenten Strategien, Technologien einfach zugänglich, handhabbar und besser einschätzbar zu machen", so Gerfried Stocker, der Geschäftsführer der Ars Electronica. "Dabei geht es einerseits um Technologiekompetenz, vor allem aber auch um die soziale Kompetenz des Einzelnen, die uns befähigt, eigenständig über den Einsatz von Technologien zu entscheiden", stellt Christine Schöpf fest; gemeinsam mit Gerfried Stocker ist sie für die künstlerische Leitung der Ars Electronica verantwortlich.
YOKOMONO, Carsten Stabenow (DE), Geert-Jan Hobijn (NL) / staalplaat soundsystem Anerkennung Digital Musics, Quelle: staalplaat soundsystem
Ars Electronica hat es sich also zur Aufgabe gemacht, sich mit den Herausforderungen einer komplexen Welt auseinanderzusetzen. Wie können wir deren Chancen optimal nutzen? Wie kann man die Bedienbarkeit von Computerprogrammen verbessern und wie müssen sie gestaltet sein, damit der Einzelne ihre Auswirkungen besser einschätzen kann? Welche Eigenschaften müsste Hardware haben, damit allen Menschen der Zugang zur Informationsgesellschaft offen steht? Und welche Rolle spielt die Kunst in ihren Funktionen als Avantgarde und Experimentierfeld inmitten der steigenden Flut von Informationen, Optionen und permanenten Veränderungen? Das Themensymposium des Festival Ars Electronica 2006 wurde von John Maeda kuratiert. John Maeda ist Graphik-Designer von Weltruf, visual artist, Forscher am renommierten MIT [= Massachusetts Institute of Technology] Media Lab und "Simplicity"-Vordenker im digitalen Zeitalter.

Mit 3177 Einreichungen aus 71 Ländern verzeichnete der Wettbewerb Prix Ars Electronica dieses Jahr erneut eine Steigerung der Einreichzahlen. ¬ 117.500.- an Preisgeldern gehen an die Gewinner.

Ars Electronica im Web: aec.at