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Photo Credit Erik Weiss
Boundzound
Universal Music Group
Ich stelle mir die Eröffnungsszene so vor: 1972 bringt Katharina ein Kind namens Demba in Berlin, Stadtteil Buch zur Welt. Buch, das war klar. Denn schnell ist er irgendwo zu Hause in den Zeilen zwischen den Zeilen. Er beginnt bereits 1989 Theaterstücke zu schreiben und dank Berliner Senatsgeldern auch zu realisieren. Wie die unterschiedlichen Dörfer aus denen sich die Stadt Berlin entwickelt hat, entstehen seine Arbeiten aus eigenen Geschichten, aus seiner Musik und unter seiner Regie. Er spielt im Zan Pollo Theater aber landet schließlich immer öfter in den Armen der besten Freundin, der Musik, die sich schon bald den Nachnamen Boundzound zulegt.

Seine Mutter unterrichtet in der Schweiz und Amerika, sein Vater Mamady lebt als Minister für Bildung in Guinea Conakry und auch Demba ist als sein eigener Minister für Musik viel unterwegs. Die Klarinette wird genauso sein Partner wie der Gesang, der Tanz und wie das Schreiben von Liedern. In seinem Kopf wird Boundzound bald zum Dauergast. Er unterrichtet Tanz für Sänger an der Hans Eisler Universität in Berlin und als das Jahrtausend seinen Schwanengesang anstimmt gründet er mit ein paar Freunden eine Band. Man sollte eigentlich sagen eine große Band, namens Seeed. Boundzound lacht, und nickt.

Photo Credit Erik Weiss
Seeed beinhaltet mehr Musiker als man Finger an beiden Händen hat und schließlich begeistern sie im Laufe der Jahre mehr Menschen als in eine mittelgroße Stadt passen. Atempausen gehören nicht zu den wesentlichen Merkmalen in Dembas Leben in dieser Zeit. Ihr werdet uns nennen lernen, denkt er, und meint damit nicht nur die bereits als Tatsache anwesende Bekanntheit von Seeed.

Die Worte und Töne in Dembas Liedern fliegen inzwischen wie jonglierte Kegel über seinem Kopf, jederzeit bereit in neuen Konstellationen, in neuen Formen zu kreisen. Als 2007 sein erstes eigenes Album erscheint, kann es nur einen Namen haben: BOUNDZOUND.

Im Titelsong der Platte beschreibt er einen Pokerspieler im Casino, der zu gewinnen weiß, den Gewinn aber nicht als Seins betrachten kann. In Airport  geht es um kurze intensive Begegnungen auf Tour, wenig Zeit, wenig Platz, aber Augenblicke, die schnell eine Sehnsucht nach Verlängerung entwickeln.

All das macht auch seine Musik insgesamt aus.

Photo Credit Erik Weiss
Dembas Musik überfliegt genau die Grenzen, die er im Laufe der Jahre als Beobachter kennen gelernt hat. Ich würde euch erzählen wie sie klingt, würde euch von Bildern berichten, Farben, Formen, Frequenzen.

Aber besser ihr lasst das Boundzound erzählen. (Der Erzähler atmet kurz und schnell durch die Nase aus und lächelt) Buch. Wie passend. Und jetzt beginnt der Film richtig.


(© Universal Music Group
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