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Javier Alben
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Javier
2003

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© photo credit Javier
Introducing Javier - Akustik zwischen James und Stevie
Andreas Oetker-Kast
Sonntagabend, 21. Oktober 2007, Hamburg, CCH - Warten auf Joss Stone. Das es noch eine Vorgruppe geben würde war klar, wenn man das Set-Up der Bühne anschaute.

Das Licht geht aus, die Spannung steigt, keine Ansage. Ein junger Mann kommt auf die Bühne, Jeans, grüne Jacke, Schiebermütze, Gitarre. Setzt sich auf einen bereitgestellten Hocker und stellt sich als Javier vor. Hm, wir sind verwundert, etwa zwei Supporting Acts? Javier fängt an zu singen.

Was für eine Stimme. Soulig warm, technisch versiert, gefühlvoll, aber mit ordentlich Power. In der nächsten halben Stunde genießen wir eine Mischung aus James Taylor und Stevie Wonder, Cover Songs und eigene Kompositionen in Acoustic Soul.

Javier singt über Liebe. Er singt gerne darüber, wie er selber sagt. Über das Suchen nach Liebe, Liebe die sich bewährt hat aber auch Liebe, die schief gelaufen ist. Irgendwie sei er ein "love song kind of guy". Trotzdem möchte er, dass seine Musik für etwas steht. Etwas, an das sich die Menschen erinnern, das sie fühlen konnten. "Heutzutage dreht sich doch alles darum, wie gut man aussieht oder wie cool das Video ist. Das ist nichts für mich. Ich möchte nach meiner Musik beurteilt werden und nach meiner Fähigkeit, die Menschen zu bewegen."

© photo credit Javier
Angefangen hat alles im Elternhaus an der US-amerikanischen Ostküste im Staat Connecticut. Der Vater war Radio DJ, das Elternhaus quasi rund um die Uhr auf Empfang. Und der kleine Javier sang mit, imitierte die Songs. Für meine Eltern war das manchmal schwierig, aber es war unmöglich, mich davon ab zu halten.  Er rechnet ihnen hoch an, dass sie ihn trotzdem immer ermuntert hätten.

Mit sieben begann er Gitarre und Klavier zu spielen, nahm immer mal wieder Unterricht. Im Alter von 13 legte er richtig los mit ersten eigenen Songs, hörte nicht mehr auf zu spielen. Ich glaube das hatte auch damit zu tun, dass man damit bei den Mädchen gut ankam , gibt er zu. Also hatte er immer eine Gitarre zu Hand und schrieb Songs für seine Leute. Richtig ernst wurde es, als er den Produzenten Kevin Cloud über einen Freund in Los Angeles kennenlernte. Gemeinsam erarbeiten sie neue Songs, Cloud stellte Javier zwei weiteren Produzenten/Songwritern vor, die halfen ein Demo-Tape aufzunehmen. Ein Anwalt wurde eingestellt, der wiederum das Demo den größten Plattenfirmen anbot. Und von acht Firmen, die besucht wurden, gaben fünf ein Angebot ab. In Zeiten von American Idol, dem US-Vorbild von Deutschlands Suche nach dem Superstar ist das unglaublich "old school". "Es war schon fast surreal, ich hätte nie gedacht, dass das heutzutage noch funktionieren könnte. So haben wir uns am Ende für Capitol Records entschieden."

Die erste CD Javier erschien 2003 und verkaufte sich für einen Erstling recht gut, 150.000 Stück gingen in Amerika über den Ladentisch. "Trotzdem war ich frustriert von der Art und Weise, wie die Firma die CD behandelt hat. Sie hätten mehr dafür tun können." Das zweite Album Left Of Center erschien Anfang 2006 - und ging unter. Es gab keine Promotion, praktisch niemand erfuhr davon. "Mittlerweile kann ich damit leben, man kann sowieso nichts an der Vergangenheit ändern. Jetzt geht es nur noch um die Zukunft." Es verwundert nicht, dass er sich zwischenzeitlich von Capitol getrennt hat.

Den diesjährigen Live-Abstecher nach Europa im Gepäck von Joss Stone sah er als Chance, seine Musik einem neuen Publikum vorzustellen. Auch wenn das Dasein als "Supporting Act" schwierig sein kann. Vor dem ersten europäischen Auftritt in Kopenhagen stellte sich ungewohnte Nervosität ein, während des ersten Songs wurden die Leute plötzlich sehr still, nur um das Ende mit frenetischem Applaus zu begleiten. "Das hat die Nerven sehr beruhigt."

Jetzt sieht er das Eröffnen von Shows in anderem Licht. "Die Leute sind zwar nicht wegen dir da und wenn du anfängst, spürst du erstmal eine Art Ablehnung. Aber es ist ein gute Herausforderung, das umzudrehen in den Wunsch, dich noch länger auf der Bühne zu halten. Es ist schwer, macht aber Spaß. Und bis jetzt hat es super funktioniert."

Diese Reaktionen haben ihn zu Plänen für eine baldige Rückkehr in europäische Clubs ermutigt, unter eigenem Namen und am liebsten bereits im März 2008. "Nach solch positiven Reaktionen wäre es verrückt, nicht wieder zu kommen."

Vielleicht hat er dann Album Nummer drei in der Tasche. Das soll im nächsten Jahr erscheinen, wenn alles klappt auch ganz offiziell in Deutschland. Auf diesem wird dann auch der Song OK Here's The Truth zu hören sein, das Highlight des Hamburger Abends. Wer darauf allerdings nicht warten will, kann sich unter www.myspace.com/javiermyspace bereits eine Kostprobe anhören. Manchmal lohnt sich Ungeduld.  

(Andreas Oetker-Kast)
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