‘Meinten sie Nibbelpeter’ ist die Alternative, die Google vorschlägt, wenn man nach Nobelpenner sucht. Zumindest war es bis vor kurzem noch so, denn mittlerweile scheinen uns auch die Algorithmen von Google als eigenständige Information anzuerkennen. Man könnte jetzt anfangen, das medienkritische Potenzial des Albumtitels zu erörtern. Ich könnte von tiefsinnigen, abendfüllenden Diskussionen berichten und unserem Plan, die ganze Welt - mit diesem Titel - auf den Missbrauch persönlicher Daten und die digitalen Überwachungsmechanismen der Konzerne und Machthaber hinzuweisen. Tatsächlich war es aber einfach so, dass Jansen eines Abends sagte: "Wir nennen das Album ‘Meinten Sie Nibbelpeter’." Er hat mir das Phänomen dann bei Google gezeigt. Wir haben eine Weile gelacht, und ich hab gesagt: "Ja, ok!"

Die harten Fakten über das Album sind ganz einfach folgende:
Die Stücke sind über einen längeren Zeitraum in mehreren Sessions entstanden. Produziert wurde das Ganze von dem Hamburger Produzenten-Duo Dieter ‘Gabriel and Mäni More’, die unter diversen anderen Pseudonymen bereits Tracks und Remixe für eine große Bandbreite an Künstlern aus den Bereichen Pop, Hip Hop, Rock, Elektro undundund produziert haben und schon mehrfach mit Gold ausgezeichnet wurden. Aufgenommen wurde der Löwenanteil der Lieder auf einer 16-Spur Bandmaschine, die für sage und schreibe 500 Euro bei ebay erworben wurde und angeblich einmal beinahe das 20fache Wert gewesen sein soll. Da es kaum noch unbespieltes Bandmaterial zu erwerben gab, werden dem geneigtem Hörer hier und da mal ein paar rückwärts abgespielte Drums, Chöre oder Gitarren zu Ohren kommen. Überbleibsel der gebrauchten andersherum eingelegten Bänder um genau zu sein. Satanistische Geheimbotschaften wie: "Du musst Deiner Mutter im Garten helfen!" sind ein anderes Thema...

Die Beats kommen aus einer Akai MPC (keepin’ it real) und bilden - als einziges programmiertes Element, die Grundlage der meisten Songs. Die Samples sind teilweise auf konventionelle Art der eigenen Plattensammlung entnommen und teilweise selbstgebastelt. So dass, von der klassischen Soulsnare über das Entstauben des Polstersessels bis hin zum Klettverschluss alles dabei ist, was irgendwie Bumm, Klack oder Tssst macht. Die restlichen fast ausnahmslos akustischen Instrumente wie zum Beispiel Synthi-Bässe, E-Pianos, Gitarre, Klavier, Banjo und natürlich auch der herzergreifende Gesang wurden dann einfach frei drübergehalten und sind letztendlich ungeschnitten und unzensiert auf dem Endprodukt gelandet. Mit Retro, Vintage oder Neo haben wir - auch wenn der Eindruck zu entstehen vermag - nicht wirklich viel am Hut. Auf die Frage eines Toningenieurs, ob das denn jetzt besser klänge mit den Bändern und ob man den Unterschied zwischen analog und digital wirklich höre, antwortete Jansen einmal: "Naja, es rauscht halt mehr."